Lange Lacke
Die „Lange Lacke“ ist die größte Lacke des Seewinkels und liegt nordöstlich von Apetlon, eingebettet in die hier typische Hutweidelandschaft. Die Wasserflächen der Langen Lacke, ist Lebensraum für eine Vielzahl von Brut- und Zugvögel. Ein Großteil der Bewahrungszone Sandeck-Neudegg und der angrenzenden Naturzone liegen ebenfalls auf Apetloner Gemeindegebiet.

Silber-, Purpur- und Graureiher, Löffler, Möwen, Seeschwalben und viele Watvogelarten, besonders zur Zugzeit im Frühjahr und Herbst, sind rund um Apetlon in diesen Gebieten zu sehen. Auf Grasflächen brüten Kiebitz und Rotschenkel, im Schilf Graugans, Rohr- und Zwergdommel, Rohrweihe und Blässhuhn. Auf den Hutweiden und Trockenrasen sind floristische Raritäten wie Meerstrand-Wermut oder Kampferkraut zu finden, an Säugetieren seien Hamster, Ziesel und Steppeniltis als Beispiele genannt.
Der internationale Wert dieser Lacken wird deutlich, wenn man weiß, dass Tausende Watvögel, die in den Tundren des hohen europäischen Nordens brüten, hier im Frühjahr und Herbst Zwischenstation auf ihren Wanderungsflügen machen, rasten, Kraft tanken und mausern. Solche Schlüsselstellen gilt es also möglichst störungsfrei zu erhalten, denn genauso wichtig wir Brut und Überwinterungsquartiere sind intakte Zwischenlandeplätze.
Im Herbst, alljährlich ab Mitte Oktober, versammeln sich Tausende Gänse an der Langen Lacke. Graugänse aus dem Seegebiet selbst, aus der Slowakei, Tschechien, aus Polen und Skandinavien fallen dann täglich bei Sonnenuntergang ein, wenn sie von ihren Nahrungsplätzen im Nationalpark zum Schlafen zurückkehren. “Gansl-Strich“ wird dieses Naturschauspiel genannt.